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Der Weltmeister-Überzeuger: Merida Ninety-Six Das Ninety-Six ist das erste Fully, das Gunn-Rita Dahle und Jose Antonio Hermida im Weltcup fahren.
©Merida / Daniel Geiger
Meldung vom: 08.06.2015
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Der Weltmeister-Überzeuger: Merida Ninety-Six

XC-Fully für Leistungssportler

Merida präsentiert das neue XC-Fully Ninety-Six. Selbst die mehrfachen Weltmeister Gunn-Rita Dahle und Jose Antonio Hermida, bisher innige Hardtail-Verfechter, steigen im Weltcup auf das Ninety-Six um.

Ich stehe in der ersten Startreihe mit unrasierten Beinen, Baggy-Shorts und einigen Kilo Übergewicht. Dabei wollte ich doch nur Meridas neues Cross-Country-Flaggschiff bestaunen: das neue Ninety-Six. Entwickelt in Deutschland, produziert in Taiwan, ein schönes Wettkampfrad, optisch aus einem Guss: matt-schwarzes Karbon dominiert, hier und da etwas Creme-Weiss und natürlich Merida-Grün. Sogar Rock Shox hat die RS-1 Federgabel und den Dämpfer passend lackiert. In die Gabel passt nicht jede Nabe, aber wer will diesem Rad schon ins Design pfuschen?

Den 96 Millimetern Federweg am Dämpfer verdankt das Ninety-Six seinen Namen, der Dämpfer ist am neuen Modell etwas nach hinten gerückt, so will Merida das Fahrwerk vor allem für Einfach-Antriebe optimieren, aber auch den Zug sauberer und scheuerfrei integrieren. Integriert sind überhaupt alle Kabel sehr sorgfältig, wo immer möglich im Rahmen. Dort laufen sie in durchgehenden Hüllen und werden an den Ausgängen geklemmt. So nervt kein Klapperstorch mit schlackernden Zügen. Am Steuerrohr kann man sogar die Bremsleitungen tauschen (also mit dem linken Hebel die Hinterradbremse ansteuern) und trotzdem ohne Umwege die Leitung durch den Rahmen führen. Am Testbike schaltet SRAMs Race-Gruppe X1, doch der Rahmen ist auch für die Version der XTR Di2 mit Umwerfer kompatibel.

In der 29er Version gibt es den Rahmen in M, L und XL. Die Sitzrohrlängen: 46, 51 und 56 Zentimeter. Diese großen Sprünge sind mittlerweile üblich. In der 27,5er Version gibt es den Rahmen in 42 und 46 Zentimetern Sitzrohrlänge. Merida begründet die kleineren Größen der 27,5er und die größeren Größen der 29er Rahmen mit ähnlicheren Proportionen der Laufräder und des Rahmens zum Fahrer. Das ist ein fundamentaler Unterschied zu Marken, die die Laufradgrößen vom Einsatzzweck (z.B. Marathon oder Gravity) abhängig machen und darum beide Laufradgrößen in allen Rahmengrößen bieten.

Wie fährt das Bike? Das beantworten wir nicht mit subjektiven Eindrücken, sondern mit Fakten: Die mehrfachen Weltmeister Gunn-Rita Dahle und Jose Antonio Hermida gewannen ihre Medaillen-Berge bisher stets auf Hardtails und sind so sehr vom Ninety-Six überzeugt sind, dass sie erstmalig im Weltcup ein Fully fahren werden. Das ist in unseren Augen die große Leistung der Merida-Entwickler.

Die Fully-Premiere im Rennen ist meine einzige Gemeinsamkeit mit diesen Spitzenfahrern. Nur dass ich das Ninety-Six im Hobby-Rennen am Vortag fahre, so wie die Journalisten, die neben mir in der ersten Startreihe aufs Foto warten. Ganz ehrlich: Mit meiner nach aussen gekehrten Spaßbiker-Attitüde bin ich ganz froh als ich nach dem Startschuss von den echten Rennfahrern überholt werde.

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(Redakteur VeloTotal)