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Zuviel des Guten – die Standardflut am Mountainbike
Meldung vom: 07.11.2014
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Zuviel des Guten – die Standardflut am Mountainbike

Warum es immer mehr Standards gibt und wem das nützt

Es gibt immer mehr Standards und Bike-Kategorien. Die Zielgruppe aus Alten und Jungen, Frauen und Männern, Ausdauerfreaks und Bergab-Junkies wird immer breiter. Das erschwert Fachgeschäften die Entscheidung für das richtige Sortiment, Verkäufern die Beratung, Kunden den Kauf, Herstellern das Marketing und Medien die Themenauswahl. Selber schuld.

Wer glaubt, Schokolade sei eine einfache Sache, der war noch nie im KaDeWe. Die üppige Auswahl verwirrt unerträglich. Genau wie Mountainbikes. Die Auswahl wird immer größer, und das nicht erst seit 27,5 Zoll. Das Mittelmaß hat 26 Zoll verdrängt, mit Specialized schwenkte im Frühjahr auch der letzte Fahrrad-Gigant um. Andreas Binz, Vertriebsleiter bei Continental, erklärt mit gequältem Lächeln, dass Continental je gleich viele Reifen in allen drei Standards produziert. Von einem schnellen Wechsel keine Spur, so Binz. Auch Schwalbe sagt voraus, dass 26 Zoll im Ersatzmarkt zumindest mittelfristig noch eine starke Rolle spielt.

Dabei sind die Reifen bloß eine Begleiterscheinung im wachsenden Teilemarkt. In den 90er Jahren rasten manche Fahrer XC-Kurse und Downhillpisten mit demselben Bike entlang, Hobbyfahrer und Profis starteten teils gemeinsam. Heute erfordert die Spezialisierung und Professionalisierung des Sports mehr Standards, vom XC-Hardtail und Enduro über das Fatbike bis hin zum Elektro-Mountainbike. Und die Menschen obendrauf sind genau so „vielfältig“ – mehr Kunden, vor allem mehr Frauen und Biker über 30 Jahre, vom 40-jährigen Anfänger bis zum Fastprofi.

Josh Welz, Chefredakteur des Bike-Magazins, erklärt dass es immer schwieriger wird, ein Heft für möglichst viele Biker zu schreiben. „Eigentlich müsste Bike heute doppelt so viele Ausgaben herausbringen wie noch vor ein paar Jahren“, so Welz.

Passend dazu gibt es immer mehr Standards für Innenlager, Steuersätze oder Naben. Tune-Chef Uli Fahl spürt den Unmut vieler Händler über den immer größeren Teilemarkt: „Es ist gleichzeitig furchtbar lästig wie auch inspirierend, wie die Mountainbiketechnik wieder einen neuen Impuls bekommt. Die vielen neuen Tretlagerstandards zielen in die richtige Richtung, der unnötigen Vielfalt steht sicher noch eine Bereinigung bevor. Unsere Händler beklagen sich natürlich immer mehr darüber, für uns Entwickler stellen sich neue  Herausforderungen.“

Die Globalisierung des Mountainbike-Sports dürfte wohl einige Standards befeuert haben. Geographie prägt diesen Sport. In Holland werden andere Räder gefahren als in Whistler. Der Schnee in Alaska hat Fatbikes hervorgebracht. Tom Ritchey prophezeit: „Die Geographie wird die Entwickler weiter dazu bringen, Bikes für das entsprechende Gelände und die damit verbundenen Bedingungen zu entwickeln, anzupassen und zu verbessern. Gut möglich, dass dadurch weitere Kategorien entstehen.“

Das zweite Industrie-Kriterium für neue Standards ist die Markenidentität. Wenn Produkte einander technisch immer mehr ähneln, dann wird die Marke immer wichtiger. Immerhin einen kleinen Vorteil bieten darum selbst teure und fragwürdige Standards: Das Fahrrad wird einzigartig. Vor zwanzig Jahren stellten viele Marken ihre Rahmen selber her und die Branche war noch nicht prüfstandhörig. Entsprechend vielfältig waren Formen und Details, entsprechend einfach profilierten sich die Hersteller. Heute werden viele Rahmen und Teile in derselben Fabrik gebacken, geschweißt und gefräst. Gleiche Technik macht austauschbar, also profilieren sich Marken mit eigenen Standards.

Marken, die technisch deutlich anders sind, müssen sich um Standards weniger sorgen. So bietet Nicolai den alten, aber bewährten BSA-Standard an, die eingeschworene Fangemeinde scheint dies nicht zu stören. Das könnte auch daran liegen, dass die Niedersachsen als einer der letzten Hersteller selbst ihre Topbikes aus Aluminium schweißen – und das auch noch da, wo sie leben.

Das einzige, was in Lübbrechtsen gebacken wird, sind wahrscheinlich Familie Nicolais Apfelkuchen.

Mehr Standards bergen auch eine Gefahr, befürchtet Giants Produktmanager Andrew Juskaitis: Schon jetzt sind die vielen Trends und Standards verwirrend für Normalbiker. Wenn Kunden im Bikeshop mit einer überwältigenden Auswahl überfordert werden, dann kaufen sie eben kein Fahrrad. „Der Markt ist jetzt schon überfüllt mit Standards“ warnt er. Kubikmeterweise Schokolade.

Den vollständigen Artikel mit Einblicken in die Denkweise von Industrie und Handel finden Sie hier.

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(Redakteur VeloTotal)