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DVW schiebt Radfahrtraining an weiterführenden Schulen an
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Meldung vom: 16.12.2020
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DVW schiebt Radfahrtraining an weiterführenden Schulen an

Flächendeckendes Präventionsprogramm

Das Ziel des Radfahrtrainings ist es, die Kompetenzen von jugendlichen Radfahrenden zu verbessern und somit der hohen Unfallbeteiligung dieser Altersgruppe entgegenzuwirken.

Um Fahrradunfälle zu reduzieren, spricht sich die Deutsche Verkehrswacht (DVW) seit 2019 für eine Fortführung der schulischen Radfahrerziehung aus. In Zusammenarbeit mit der Stiftung „Fundación Mapfre“ hat sie daher das Projekt „Geschickt und sicher auf dem Rad“ ins Leben gerufen und Unterrichtsmaterial für das Radfahrtraining in der Sekundarstufe I ausgearbeitet. Das Training umfasst zehn Fahrparcours, die von der Unfallforschung der Versicherer (UDV) entwickelt wurden. Das Pilotprojekt wird an ausgewählten Schulen in sechs Bundesländern (Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz) umgesetzt und wissenschaftlich evaluiert.

Jeder Parcours bildet eine Trainingseinheit und ist auf eine spezifische Kompetenzschulung ausgerichtet. Das Radfahrtraining kann im Sport- oder Nachmittagsunterricht absolviert werden. Die DVW begleitet den Prozess der Implementierung an den Schulen, zu der auch deren Ausstattung mit Materialien und Fahrrädern gehört. Die Kosten der Ausstattung übernimmt in der Pilotphase die Fundación Mapfre. Die international tätige, gemeinnützige Stiftung hat einen Schwerpunkt in der Verkehrserziehung von Kindern und arbeitet in Deutschland seit zwei Jahren erfolgreich mit der Verkehrswacht zusammen.

Warum ein Radfahrtraining?

Laut UDV verunglückt fast jeder zweite Jugendliche im Alter zwischen 10 und 15 Jahren mit dem Fahrrad im Straßenverkehr. Ursachen liegen unter anderem in der erhöhten eigenständigen Mobilität, die von typischen Verhaltensweisen geprägt ist, wie beispielsweise Übermut, falsche Selbsteinschätzung oder Lust am Risiko. Für diese Altersklasse gibt es jedoch noch kein flächendeckendes Präventionsprogramm. Die DVW erhofft sich mit dem Radfahrtraining in der Sekundarstufe I, die schulische Verkehrserziehung bald bundesweit abrunden zu können. „Gefragt ist der politische Wille, dann wird es auch einen Weg geben, das Radfahrtraining in den Lehrplan der Sek. I verbindlich aufzunehmen – analog zur Radfahrausbildung in der Grundschule, die eine große Erfolgsgeschichte ist“, bekräftigt der DVW-Präsident Prof. Kurt Bodewig.

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