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Mit Wartung die Lebensdauer von Pedelecs verlängern

Wartung ist wichtig für die Sicherheit

Ein gewöhnliches Herrenrad wird erst dann zum Händler geschoben, wenn die Kette gerissen oder aber die Bremsen keinerlei Funktion mehr zeigen. Ein eBike oder ein Pedelec hingegen sollte regelmäßig zum Service. Nicht wegen des Elektromotors, sondern weil Bremsen und andere Komponenten stärker beansprucht werden.

Nur die Kette ölen, genügt bei Weitem nicht. Ein Pedelec erwartet vom Besitzer „ein Umdenken beim Warten und Pflegen“, so erzählt es uns Andreas Schmidt vom mobilen Fahrradwerkstattservice Life Cycle. Dabei steht zwar auch der Werterhalt im Vordergrund, die Sicherheit aber steht an erster Stelle. Immerhin treibt der elektrische Antrieb nicht nur die Durchschnittsgeschwindigkeit nach oben, auch die Belastungen, die das eBike bei schnellen Fahrten durchs Gelände oder auf steilen Trails ertragen muss, erfordern eine regelmäßige Wartung sicherheitsrelevanter Komponenten am Rad. Geschieht dies nicht, können beispielsweise plötzlich die Bremsen versagen.

Noch aber fehlt es der Branche in dem Bereich des sogenannten Predictive Maintenance oder der intelligenten Wartung 4.0 an einer geeigneten Digitalisierungsstrategie. Auch wenn beispielsweise jene Bulls eBikes mit Brose-Antrieb und entsprechender App Diagnosedaten in Echtzeit sammeln und damit unter anderem nicht nur eine genauere Berechnung der Batteriereichweite erlaubt, sondern auch des Verschleißes der Bauteile. „Automatische Wartungsmeldungen helfen dem Benutzer dabei, sein E-Bike in optimalem Zustand zu halten und so die Lebensdauer zu verlängern“, schreibt das Unternehmen. Beim elektrischen Antrieb hingegen tut sich derzeit eine Menge.

Auch wenn die Elektromotoren moderner eBikes und Pedelecs kaum noch gewartet werden müssen. In der Regel muss das eBike „nicht häufiger gewartet werden wie ein manuelles Fahrrad mit der entsprechenden Laufleistung“, erzählt uns Neodrive. „Der Z20 Heckantrieb ist sehr wartungsarm, durch die Positionierung an der Radnabe werden Kette und Ritzel geschont und müssen nicht öfter gewechselt werden“. Daraus schlussfolgert das Unternehmen, dass „die Neodrives Systeme keine erhöhten Wartungskosten haben“. Im Falle einer Wartung sollte das System am entsprechenden Händler-Tool angeschlossen werden, um so zu prüfen, „ob es aktuelle Updates gibt“. Die Updates erfolgen dabei in der Z20 Generation über ein Online-Tool und über ein handelsübliches Mikro-USB Kabel. Ein Download der Wartungssoftware ist also nicht erforderlich.

Ein Pendix eDrive, so erklärt es uns der Hersteller, benötigt keine Wartung. „Wir empfehlen jedoch einmal im Jahr eine Wartung des Fahrrads durchzuführen“. Das geschieht über die Pendix.bike Pro App, welche über Bluetooth mit dem Antriebssystem verbunden wird. Firmware-Updates der verschiedenen Komponenten erfolgt damit Over-the-air (OTA).

Brose Antriebstechnik hingegen bietet das OTA-Verfahren noch nicht an. „Software-Updates werden zum jetzigen Zeitpunkt kabelgebunden über entsprechende Tools vorgenommen“, teilt Brose auf Anfrage mit. Zudem empfiehlt Brose, nach 15.000 km einen Check des Riemens von einem durch Brose dafür zertifizierten Handels- oder Servicepartner durchführen zu lassen.

Ein Firmware-Update in regelmäßigen Abständen empfiehlt auch Shimano und weist darauf hin, dass es darüber hinaus keinerlei vorgeschriebene oder empfohlene Serviceintervalle gibt. Die Updates erfolgen beim Hersteller mit E-Tube Project, das bereits vor Jahren für die elektronischen Di2 Schaltgruppen entwickelt wurde und das unter anderem auch Soft- beziehungsweise Firmware-Updates via Smartphone- oder Tablett-App ermöglicht. Diese Technik kommt „selbstverständlich auch bei allen Shimano Steps-Systemen zum Einsatz“. Für darüber hinaus gehende Service-Maßnahmen „steht dem Fachhändler aber auch weiterhin die Option der Verbindung via Kabel (über die Diagnose-Einheit SM-PCE2) offen“, teilt uns Shimano mit.



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(Redaktion VeloTotal)